Strukturelle Einteilung der Hormone

Strukturell können Hormone in vier Gruppen eingeteilt werden:
1.Aminosäurederivate, z.B. Adrenalin und Thyroxin;
2.Fettsäureabkömmlinge, z.B. Prostaglandine und andere Eikosanoide;
3.Steroide, zyklische Kohlenwasserstoffderivate auf der Basis des Cholesterins, z.B. Testosteron und Progesteron;
4.Polypeptide und Proteine, die komplexesten Hormone, darunter z.B. Insulin und Glucagon.
Hormone werden zusammen mit den Pheromonen (intraspezifische Kommunikation zwischen Individuen), Neurotransmittern (synaptische Erregungsübertragung) und sekundären Botenstoffen (intrazelluläre Signalübertragung) als chemische Botenstoffe bezeichnet.

Was sind Hormone?

Als Hormone im klassischen Sinn wurden früher nur jene Botenstoffe bezeichnet, die über den Blutweg auf ihr Zielorgan einwirken (endokrine Hormone). Inzwischen sind jedoch zahlreiche wichtige Hormone bekannt, für die diese Hormone Definition unzureichend ist. So wurden Stoffe mit Hormonwirkung, für die jedoch kein spezielles endokrines Organ gefunden wurde, als Gewebehormone bezeichnet. Diese Gewebehormone wirken zumeist parakrin, d.h., sie wirken lediglich lokal in unmittelbarer Nähe ihres Bildungsortes, weshalb man auch von parakrinen Hormonen spricht. Einige Hormone können sogar auf die Zellen ihrer eigenen Synthese einwirken, sie wirken autokrin.
Funktionell klassifizierte Hormone verursachen kinetische Wirkungen wie Muskelkontraktion (Adrenalin, Oxytocin) oder Sekretion aus endokrinen Drüsen (ACTH, TSH, LH, Releasinghormone).

Hormone beeinflussen den Stoffwechsel

Hormone wirken auf den Kohlenhydrathaushalt (Insulin, Glucagon, Glucocorticoide), den Elektrolyt- und Wasserhaushalt (ADH, Aldosteron) oder Calcium- und Phosphathaushalt (Parathormon, Calcitonin) ganz spezifisch ein.
Außerdem bewirken Hormone morphogenetische Veränderungen wie Wachstums- und Differenzierungsprozesse, das Längenwachstum und die Entwicklung sekundärer Geschlechtsmerkmale (Östrogene, Androgene).
Hormone sind für länger andauernde Regelfunktionen geeignet.Dies betrifft vorwiegend die Aufrechterhaltung des Blutzuckerspiegels, die Regulation der Stoffwechselaktivität, der sexuellen Aktivität und der Fortpflanzungszyklen bis hin zu Wachstums- und Differenzierungsprozessen.